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tumult

Gedan­ken­spiel Körper

Der Körper ist laut dem Duden: „das, was die Gestalt eines Menschen […] ausmacht; äußere Erschei­nung eines Menschen[…], Gestalt; Orga­nis­mus eines Lebe­we­sens“ oder einfach das, was uns nach außen reprä­sen­tiert.

Was einen Menschen ausmacht ist rela­tiv schwer zu defi­nie­ren. Unsere Körper spie­len in unse­rem Auftre­ten und unse­rer Außen­wir­kung jedoch eine entschei­dende Rolle. Wir Menschen nehmen den Körper wahr bevor wir dem eigent­li­chen Menschen tatsäch­li­chen begeg­net sind, ordnen die verschie­dens­ten Persön­lich­kei­ten unse­res Umfelds ihren Gesich­tern zu, und kate­go­ri­sie­ren uns leider auch gegen­sei­tig nach unse­rer äuße­ren Gestalt.  Zudem kommu­ni­zie­ren wir auch haupt­säch­lich über unse­ren Körper. Sprech­weise, Mimik, Gestik, Auss­trah­lung, Gesichts­aus­drücke, Körper­hal­tung, aber auch die Gestal­tung unse­res Körpers über Frisur, Täto­wie­run­gen, Schmuck oder auch Klei­dung dienen dazu unsere unsicht­bare Gedan­ken­welt nach außen zu über­tra­gen und diese für unsere Mitmenschen darzu­stel­len. 

 

Der Körper ist quasi eine Lein­wand, die wir mit unse­rer äuße­ren Gestalt füllen, wobei die Lein­wand eine rela­tiv starr vorge­ge­bene Beschaf­fen­heit besitzt, der Gestalt aber keine Gren­zen gesetzt sind. 

Und ist es nicht auch viel mehr die Gestalt nach der wir Menschen betrach­ten und sie als sympa­thisch oder attrak­tiv betrach­ten als ihr blan­ker Körper? Dann rich­ten wir uns eben nach unse­rer Gestalt und beur­tei­len unser eige­nes Äuße­res eben nicht mehr nach Zahlen, wie Größe, Gewicht, Bizeps­um­fang  oder Nasenkrüm­mungs­win­kel sondern beur­tei­len uns selbst nach unse­rer Erschei­nung. Nur können wir unsere Erschei­nung eigent­lich gar nicht wahr­neh­men.

Alles was wir von uns selbst sehen sind gespie­gelte Reflek­tio­nen, in  denen wir nur mit unse­rem Gegen­stück inter­a­gie­ren oder Moment­auf­nah­men, welche Sekun­den­bruch­teile oder komplett insze­nierte Bilder unse­rer Gestalt einfan­gen. 

Das alles ist rela­tiv statisch und hat nichts mit unse­rer tatsäch­li­chen Außen­wir­kung zu tun. Vergleich einfach mal dein Spie­gel­bild mit deinem letz­ten Insta­gram­foto, einer Spon­tan­auf­nahme und einem Video von dir. Die Unter­schiede sind teil­weise wirk­lich bemer­kens­wert und trotz­dem bildet nichts davon die Reali­tät origi­nal­ge­treu ab. Wir soll­ten also alle viel­leicht einmal darüber nach­den­ken ob wir uns selbst nach diesen verzerr­ten Bildern, verur­tei­len, wert­schät­zen oder betrach­ten soll­ten, denn unsere Gestalt, Erschei­nung und tatsäch­li­che Außen­wir­kung werden wir nie sehen können.

Von Til

Veröf­fent­licht am 24.06.2021

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